Was ist ein Minimum Viable Product? MVP Definition

von Maurice Mivekannin, am 08.12.20
Was ist ein Minimum Viable Product? MVP Definition

Wofür steht MVP? Hier finden Sie die genaue MVP Definition, die Gründe für einen MVP und unsere besten Tipps, damit Ihr MVP ein Erfolg wird!

Das Minimum oder Minimal Viable Product (MVP) ist Teil der Lean Startup Methode, einer agilen Methode, die von CEOs bei der Gründung von Unternehmen und Start-Ups sehr geschätzt wird. Sie wirkt als Beschleuniger, um eine Version eines neuen Produkts mit minimalstem Aufwand auf den Markt zu bringen.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, was genau ein MVP ist, warum man es einsetzt und wie es funktioniert? Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick darauf werfen!

Definition

Der Begriff Minimum Viable Product (MVP) beschreibt eine minimal funktionsfähige Version eines Produkts, einer Schnittstelle oder eines Dienstes im Rahmen des Design Thinkings. Es ermöglicht, eine Geschäftsidee schnell auf den Markt zu bringen und zu prüfen, ob sie den Anforderungen künftiger Nutzer entspricht.

Die Erfassung von Meinungen zu dieser ersten Version ist wichtig, um die Entwicklung und künftige Verbesserungen des Endprodukts effizient zu steuern. Die Strategie ermöglicht, schnell und zu geringeren Kosten sein Zielpublikum zu identifizieren.

Auf deutsch bedeutet MVP “minimal funktionsfähiges Produkt”.

Ursprung

Der Begriff wurde 2001 von Frank Robinson geprägt und dann von Steve Blank und Eric Ries in dem Blog “the lean startup” popularisiert.

Ries definiert das MVP als jene Version eines neuen Produkts, die es einem Team ermöglicht, mit dem geringsten Aufwand ein Maximum an geprüften Erkenntnissen über Kunden zu sammeln.

Prinzip

Die Bedürfnisse des Benutzers stehen bei dieser Methode im Mittelpunkt. Das MVP wird mithilfe einer build-measure-learn Schleife konzipiert. Die allgemeine Idee ist es, mittels "learning by doing" die Entwicklung so weit wie möglich auf dem Feedback der Benutzer zu basieren.

  • Build: so schnell wie möglich ein Produkt zu entwickeln und es dem Kunden vorzustellen;
  • Measure: messen, was funktioniert hat und was verbessert werden muss;
  • Learn: aus dem Feedback lernen, um eine bessere Version zu erstellen.

Warum ein MVP?

Zeit sparen

Indem Sie sich auf ein oder wenige wesentliche Merkmale konzentrieren, können Sie Ihr Produkt viel schneller entwickeln und die Markteinführungszeit verkürzen.

Und es steht viel auf dem Spiel, denn oft gehört der Markt denjenigen, die zuerst in ihn investieren. Stellen Sie sich vor, dass Ihr Zielpublikum Ihr Produkt bereits ausprobiert, während sich die Konkurrenz noch in der Entwicklung befindet, ohne jegliche Garantie, dass das Produkt Anklang findet.

Das Feedback wird Ihnen wertvolle Informationen über die Grundbedürfnisse Ihrer Kunden liefern und noch näher an der Realität sein als eine Marktstudie.

Tunnelblick vermeiden

Wer über Monate oder Jahre an einem Produkt arbeitet und es erst dann veröffentlicht, wenn es fertig ist, geht das Risiko ein, dass das Produkt die Erwartungen der Benutzer nicht oder nicht mehr erfüllt.

Indem Sie das Produkt frühzeitig vorstellen, stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt den Erwartungen der Kunden entspricht. Eine Marktstudie, wie gut sie auch durchgeführt wird, wird immer auf Annahmen beruhen, während das Feedback der Nutzer viel konkreter ist.

Ressourcen sparen

Anstatt viel Geld auf einmal für die Entwicklung des perfekten Produkts auszugeben, konzentrieren Sie Ihr Budget auf die Kernfunktionen. Wenn den Kunden das Produkt gefällt, wissen Sie dank des Feedbacks genau, in was Sie investieren müssen. Wenn ihnen das Produkt nicht gefällt, haben Sie weniger Geld verloren und können etwas anderes anbieten, das näher an den Berürfnissen liegt.

Wie funktioniert ein MVP?

Die Phasen des MVP

Den Markt erforschen

Den Markt, in den Sie einsteigen wollen zu verstehen, ist eine wichtige Voraussetzung für die Gestaltung Ihres MVP.

Analysieren Sie, was Ihre Konkurrenten tun und finden Sie heraus, wie Sie sich gegenüber ihnen am besten positionieren können. Indem Sie so viele Informationen über Ihr Zielpublikum wie möglich sammeln, können Sie eine Marketing Persona erstellen und versuchen, Lösungen für die Probleme zu finden, mit denen Ihre Kunden konfrontiert sind.

👉 Die Frage, die es zu stellen gilt: Was sollte entwickelt werden?

Finden Sie ein oder mehrere Killer-Feature(s)

Nachdem Sie das Hauptproblem Ihres Zielpublikums identifiziert und eine Liste von Merkmalen erstellt haben, müssen Sie diejenige(n) identifizieren, die Sie für wesentlich halten. Ihr MVP wird auf dieser Schlüsselfunktion basieren und Sie werden Ihre Bemühungen darauf konzentrieren.

👉 Die Frage, die man sich stellen muss, lautet: Was sollte man zuerst entwickeln und womit kann man warten?

Entwicklung des MVP

Auf Basis Ihrer Killerfunktion(en) können Sie Ihr MVP weiter ausbauen:

  • Entwurf des MVP. Beginnen Sie mit der visuellen Gestaltung Ihres Produktes, sei es physisch oder virtuell. Schemata, Zeichnungen, Mockups, Wireframes oder Grafik-Charta. All diese Dokumente dienen als Leitfaden und Unterstützung für die Entwicklung Ihres Produkts ;

  • Entwicklung des MVP. Dank der im Vorfeld unternommenen Anstrengungen kann Ihr Entwicklerteam die Aufgabe mit einer klaren Vorstellung davon angehen, was es zu produzieren hat, ohne zu viel Zeit mit technischen Spezifikationen verschwenden zu müssen. Die Idee ist, je nach Komplexität des Projekts, das MVP in wenigen Wochen herauszugeben ;

  • Test des MVP. Sobald das MVP entwickelt ist, stellen Sie sicher, dass es den Erwartungen entspricht, indem Sie eine Einführungsphase organisieren. Sie werden die Schlüsselmerkmale testen lassen, um sicherzustellen, dass die Qualität vorhanden ist. So kann verbesserungswürdiges verbessert werden, bevor Sie es auf den Markt bringen. Sie können dies intern in Ihrem Unternehmen oder in Ihrem engeren Kreis tun.

Um Feedback zu sammeln, können Sie auch einen Chat-Raum auf der Website Ihres Unternehmens bereitstellen, E-Mails mit einem Fragebogen versenden, oder Facebook-Werbekampagnen starten, um die Klick- und Konvertierungsraten zu beobachten.

👉 Die Frage, die es zu stellen gilt: Wie sammelt und analysiert man Feedback?

Verbesserung des MVP

Nachdem Sie Feedback gesammelt haben, können Sie es in Listen sortieren:

  • was funktioniert hat,
  • was fehlt,
  • was entfernt werden muss.

Je nach Feedback müssen Sie eventuell Ihre Strategie ändern, und an die Produktpositionierung, Schlüsselfunktionen, Vertriebsmittel usw. anpassen.

Haben Sie keine Angst, die notwendigen Änderungen vorzunehmen, und machen Sie gegebenenfalls eine 180°-Drehung. Darum geht es beim MVP: Es gibt kein Scheitern, sondern nur Lernmöglichkeiten.

👉 Die Frage, die es zu stellen gilt: Wie kann das MVP verbessert werden?

Wiederholen

Sobald das Kundenfeedback integriert und entwickelt ist, testen Sie Ihr MVP auf dem Markt... und fangen gegebenenfalls wieder von vorne an.

Tools zum Erstellen eines MVP

Es gibt Software, die Ihnen das Erstellen eines MVP erleichtert. Wir stellen Ihnen unsere beiden Favoriten vor.

monday.com

monday.com ist eine cloudbasierte Projektmanagement Software, die es Ihnen ermöglicht, Ihr MVP abzustimmen und zu organisieren. Dank Funktionen wie Produktplanung, Entwurfsplanung und Fortschrittsverfolgung ist monday.com bestens geeignet, um Struktur in Ihr Projekt zu bringen. Gleichzeitig können Sie den Fortschritt jederzeit mit anderen Teammitgliedern teilen und Ihr Projekt gemeinsam voranbringen.

Entdecken Sie jetzt eines der führenden Projektmanagement Tools auf dem Markt.

monday-dashboard

© monday.com

awork

awork ist ein cloudbasiertes Projektmanagement-Tool, das durch automatische Projektplanung, das intuitive Interface und die interaktive Teamarbeit überzeugt. Dank zahlreicher Projektvorlagen, einfacher Aufgabenverwaltung und präziser Zeiterfassung ist awork der perfekte Begleiter, um Ihr MVP-Projekt produktiv und erfolgreich zu gestalten. Erfahren Sie mehr über das Tool für kreative Teams  – made in Germany und DSGVO-konform.

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© awork

Vom MVP zum MAP (Minimum Awesome Product)

Das Konzept des MVP entstand 2008 in einem Kontext, in dem die Kundenerfahrung und das Design, insbesondere von digitalen Produkten, viel weniger ausgereift waren. In der heutigen hart umkämpften Welt, in der es immer einfacher wird, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, reicht es nicht mehr aus, grundlegende Funktionen anzubieten, die funktionieren.

Die Benutzererfahrung und das Design sind gleichermaßen wichtige Elemente, die heute den Unterschied ausmachen. Das heutige MVP muss bei Ihrer Zielgruppe unbedingt Begeisterung wecken und das gewisse Etwas bieten, das Ihr Produkt für sie unverzichtbar macht. Deshalb sprechen wir mehr und mehr über das Minimum Awesome Product, das in gewisser Weise der MVP der Neuzeit ist.

Und Sie, haben Sie schon Erfahrungen mit MVPs gemacht? Welche Lehren haben Sie daraus gezogen?