Was sind Scrum Artefakte und welche Rolle spielen sie im Projektmanagement?

von Patrizia Renten, am 23.02.21
Was sind Scrum Artefakte und welche Rolle spielen sie im Projektmanagement?

Scrum-Artefakte sind Schlüsselkomponenten des Scrum-Frameworks. Scrum ist eines der am häufigsten verwendeten agilen Projektmanagement-Methoden für die Web- und Software-Produktentwicklung.

Die Scrum-Artefakte tragen zum reibungslosen Ablauf der Scrum-Methodik bei, da sie für einen lückenlosen und kontinuierlichen Austausch von Informationen sorgen und sicherstellen, dass ein optimaler Grad an Transparenz bezüglich der geleisteten Arbeit vorhanden ist.

Was sind die Scrum-Artefakte? Welche Rolle spielen sie in der Scrum-Methode? Erfahren Sie mehr über das Product Backlog, Sprint Backlog, User Stories und alles was sie über Scrum wissen müssen!

Wir geben Ihnen eine Übersicht über die Scrum-Artefakte, die als Grundpfeiler ihres Projektmanagements für die Effizienz Ihrer Sprints unerlässlich sind!

Scrum-Artefakte: Definition

Scrum-Artefakte sind Elemente, auf denen das Scrum-Framework aufgebaut ist. Sie sind, in Übereinstimmung mit den Prinzipien und Praktiken, die die Basis von Agilität bilden, für den optimalen Ablauf der Projektmanagement-Methode verantwortlich.
Es gibt im Scrum Guide 3 Scrum-Artefakte:

  • das Sprint Backlog,
  • das Product Backlog,
  • das erzeugte Product Inkrement.

Nach der Scrum-Methode haben diese Artefakte die Form von Listen, die folgendes gewährleisten:

  • den Arbeitsfortschritt zu materialisieren,
  • die erreichten Ziele darzustellen,
  • den Fortschritt des Teams zu beschreiben.

Das alles wird in einem standardisierten, aktuellen und für alle verständlichen Rahmen dokumentiert.

Artefakte sind Leitsysteme im Produktentstehungsprozess und stellen allen am Projektmanagement Beteiligten den gleichen Informationsstand zur Verfügung. Auf diese Weise helfen sie, den Sprint-Prozess und die Qualität der Ergebnisse zu optimieren.

Die 3 Scrum-Artefakte

Das Product Backlog

Das Product Backlog ist eine geordnete und priorisierte Liste aller Funktionen und Kriterien, die das Produkt am Ende bieten soll (Product Backlog Items). Es enthält alle Anforderungen, die gesammelt wurden, um das Produkt zu entwickeln:

  • User Stories,
  • Funktionalitäten,
  • Fehlerbehebungen,
  • Verbesserungen, etc.

Während das Product Backlog von jedem Teammitglied eingesehen werden kann, trägt der Product Owner die volle Verantwortung dafür. Er/sie ist verantwortlich für die Aktualität des Backlog und die Priorisierung der Elemente, entsprechend mehrerer Parameter:

  • dem Geschäftswert,
  • dem Grad des Risikos,
  • dem gewünschte Lieferdatum, usw.

Die Product-Backlog-Einträge sind modifizierbar: Sie werden im Laufe des Projekts ständig nachjustiert, je nach Bedarf, um sicherzustellen, dass die wichtigsten Aufgaben Priorität haben. Aus dieser Liste werden während des Sprint Plannings, die zu erledigenden Tasks für den Sprint ausgewählt

⚙️ Es kann mit einer agilen Projektmanagement-Software verwaltet werden. Diese Tools erleichtern eine agile und effiziente Nachbereitung, in einem kollaborativen Modus, sodass das gesamte Team teilnehmen und die Ergebnisse einsehen kann, denn ein gemeinsames Verständnis ist essentiell für Scrum.

Das Sprint Backlog

Das Sprint Backlog ist eine Liste, die die technischen Spezifikationen für die Aufgaben enthält, die vom Entwicklungsteam in einem bestimmten Zeitraum (Sprint) zu erledigen sind.

Jedes Element auf der Liste wurde vom Product Owner ausgewählt und muss bis zum Ende des aktuellen Sprints fertiggestellt, das heißt entwickelt und getestet, werden.

⚙️ Das Sprint-Backlog kann in Form einer Aufgabenverwaltungs-Tabelle verwaltet werden, z. B. mit einer Kanban-Tafel.

Das Produktinkrement

Das Produktinkrement, auch Scrum-Inkrement oder Product Increment, entspricht der Menge der Elemente im Product Backlog, die während des aktuellen Sprints fertiggestellt wurden.

Um diese Liste effektiv nutzen zu können, ist es wichtig, sich als Team auf die Bedeutung eines "abgeschlossenen Elements" zu einigen. Der Scrum-Master kann dafür sorgen, dass die Definition innerhalb des Teams einheitlich ist.

Die einzelnen Teammitglieder können auf dem Scrum-Board nach jedem Zwischenschritt den Status ihrer Aufgaben verändern. Z.B von “in Arbeit” zu “fertiggestellt”, “wartend” oder “in Korrektur”. Wenn der Status “fertiggestellt” erreicht wurde, kann die Aufgabe auf die Produktinkrement-Liste übertragen werden.

Bonus: Begriffe, die Ihnen bei Scrum vielleicht noch begegnen werden

  • User Stories werden vom Scrum Product Owner geschrieben, manchmal mit Hilfe des Scrum Masters. Eine User Story ist ein Werkzeug, um die Bedürfnisse eines Benutzers einfach zu beschreiben. Der Name ist fast schon selbsterklärend: Eine User Story beschreibt die typische Nutzung des Produktes durch den Endnutzer.Sie ermöglicht es, den Bedarf klar und benutzerorientiert zu definieren, um die Funktion(en) zu finden, die den Kunden zufriedenstellen, die Nutzung möglichst angenehm machen und eine Makellose Qualität sicherstellen. Das ist nötig um die Prioritäten des Product Backlogs besser zu definieren.

  • Story-Points oder Sory-Punkte sind Maßeinheiten, mit denen der Aufwand für die Erstellung von User Stories bewertet wird, und zwar in folgender Reihenfolge: 1, 2, 3, 5, 8 (von der einfachsten zur komplexesten).

💡 Die Verwendung von Points wird im Allgemeinen einer zeitlichen Schätzung in Stunden oder Tagen vorgezogen.

  • Die Definition of Done (DoD) ist eine Liste von Validierungskriterien, um sicherzustellen, dass eine User Story "done" ist, d.h. als wirklich fertig angesehen wird.

Es ist in der Verantwortung des Scrum Teams, sich auf die Kriterien dieser Checkliste zu einigen, abhängig vom Kontext und der Art des zu entwickelnden Produkts.

💡 Die Lieferung einer User Story, die nicht jedes dieser Kriterien erfüllt (Potentially Shippable Product), kann zu enormen Qualitätsproblemen führen! Deshalb ist es wichtig, die Liste genau zu verfolgen.

Sie haben nun die Grundlagen über Scrum-Artefakte und deren grundlegende Prinzipien verstanden. Es liegt an Ihnen, deren Potenzial zu nutzen, indem Sie sie in Ihrem agilen Projektmanagement einsetzen!