Wasserfall-Modell: effizientes Arbeiten mit traditionellem Projektmanagement

Von Patrizia Renten
Am 16.02.21
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Jedes Projekt besteht aus zwei Hauptphasen: Planung und Ausführung. Die angewandte Projektmanagement Methodik hat dabei einen großen Einfluss auf das Endergebnis.

Das Wasserfall-Modell oder Waterfall Model ist eine lineare Projektmanagement Methode. Das Vorgehen ist ein klassisches Projektmanagement-Modell, das aus aufeinanderfolgenden Phasen besteht, wie sein Zwilling, das V-Modell. Im Gegensatz zum agilen Modell, muss jede einzelne Phase abgeschlossen sein, bevor die nächste beginnt, da die einzelnen Phasen des Wasserfallmodellls aufeinander aufbauen. Obwohl diese Variante im Vergleich zu anderen Vorgehensweisen wie z.B. agilen Methoden, die in der Softwareentwicklung eingesetzt werden, einige Nachteile hat, bietet sie auch viele Vorteile.

In diesem Artikel gibt Appvizer einen Überblick über die Prinzipien dieser Methode und die Vorteile, die sich aus ihrer Umsetzung ergeben können.

Definition der Wasserfall-Methode

Die Wasserfall-Methode ist ein lineares Vorgehensmodell für das Management von Projekten, bei dem die Anforderungen des Unternehmens, des Kunden und der Stakeholder zu Beginn des Projekts gesammelt werden.

Anschließend wird ein sequentieller Projektplan entworfen, der darauf abzielt, diese Anforderungen zu erfüllen.

Der Name der Methode kommt daher, dass jede Phase im Laufe des Projekts, wie bei einem Wasserfall in die nächste fließt. Die einzelnen Phasen haben dabei klare Start und Endpunkte.

Wie funktioniert das Wasserfall Modell?

6 Stufen der Wasserfallmethode© wikipedia

Es handelt sich um eine strukturierte Methodik, die aufgrund ihrer präzisen Arbeitsweise weit verbreitet ist. Die Phasen des Wasserfallmodells werden klar definiert und es wird dokumentiert, was genau jede einzelne Phase umfasst. So werden Fehler in der Umsetzung verhindert und die Effizienz gewährleistet. Einige der Branchen, die dieses Modell häufig verwenden, sind das Bauwesen, die IT-Branche und die Software-Entwicklung.

Im Grunde gibt es beim Wasserfallmodell 5 Phasen wobei jede Phase die Grundlage der nächsten bildet, sind klar voneinander getrennt.

Planung

Der erste Schritt ist die Planung oder Ist-Analyse. Hier wird festgestellt, wie die Ausgangssituation ist.

Entwurf

In Phase zwei wird ermittelt, welches Problem es zu lösen gilt. Man erstellt einen Entwurf für das Produkt, das kreiert werden soll. Das gewährleistet ein Vorgehen mit System im nächsten Schritt.

Implementierung

Daraufhin wird die Implementierung des Projektes vorgenommen. Handelt es sich z.B. um eine Software, wird der Prototyp installiert und für die geplante Anwendung vorbereitet.

Test

Das Produkt wird in Betrieb genommen und direkt während der Anwendung getestet, natürlich unter kontrollierten Bedingungen und in einer sicheren Umgebung.

Wartung

Der letzte Schritt hat kein festes Enddatum und beschreibt die Instandhaltung nach erfolgreicher Implementierung.

Das Gantt-Diagramm ist ein hilfreiches Werkzeug für das Management von Projekten auf Basis der Wasserfall-Methode. Die Verwendung dieses Diagramms ermöglicht es Ihnen, Teilaufgaben, voneinander abhängige Aufgaben und jede Phase des Projekts im Verlauf des Projektlebenszyklus abzubilden. Hier sehen sie ein Beispiel:

Wasserfallstrategie: Was sind ihre Vorteile?

Wenn Sie sich für das Projektmanagement mit der Wasserfall-Methode entscheiden, ergeben sich folgenden Vorteile:

1. Strukturierung der Arbeit

Die Wasserfall-Modell konzentriert sich auf eine präzise und im Voraus definierte Abfolge von Phasen, was zu einer klaren Arbeitsstruktur während der Umsetzung führt. Teams müssen eine komplette Phase abschließen, bevor sie zur nächsten Phase übergehen. Wenn es also Hindernisse für die Fertigstellung gibt, sind diese sofort sichtbar.

2. Einfache Nachverfolgung

Diese Methode ermöglicht es, den Projektverlauf übersichtlich und intuitiv zu visualisieren. Das bedeutet auch, dass auf der Ebene des Projektmanagements keine spezielle Zertifizierung oder Ausbildung erforderlich ist.

3. Klarheit der Ziele

Die klare Festlegung der zu erreichenden Ziele von Anfang an ist eines der Merkmale der Wasserfall-Methode. Dies verschafft den Teams Klarheit und ermöglicht ihnen, fokussiert zu arbeiten und jederzeit das Endziel zu kennen.

4. Bessere Kommunikation und Rückverfolgbarkeit

Der Wasserfall-Ansatz ist per Definition methodisch. Das bedeutet, dass es auf standardisierte Prozesse setzt, die eine effiziente und genaue Kommunikation von Informationen fördern. Für den reibungslosen Ablauf der einzelnen Projektphasen muss der Informationstransfer präzise und dokumentiert erfolgen.

Nachteile

Trotz der Vorteile dieser Methode wurden einige Aspekte, die zu Problemen führen könnten, kritisiert, z. B.:

  • Es gibt Schwierigkeiten Änderungen vorzunehmen, da in der Wasserfall-Methode keine Phasen zur Revision eingeplant werden. Eine plötzliche Änderung der Projektparameter könnte einen Großteil der bisher geleisteten Arbeit wertlos machen und eine Verzögerung des Liefertermins verursachen.

  • Der Ausschluss von Kunden oder Endverbrauchern. Da es sich bei der Wasserfall-Methode um einen internen Prozess handelt, hat sie wenig Fokus auf den Endbenutzer oder den Kunden, der in ein Projekt involviert ist.

  • Eine Testphase ist nur am Ende des Projekts vorgesehen, wodurch sich das Risiko erhöht, dass ein unvorhergesehenes Ereignis den ordnungsgemäßen Ablauf des Projekts und die Einhaltung der Ausführungszeit stark beeinträchtigen kann.

Wasserfall vs. Agil

Im Gegensatz zu den linearen Methoden gibt es auch agilen Methoden. Beim agilen Projektmanagement geht es um eine iterative Entwicklungen, die Wert auf Kommunikation, Feedback, Flexibilität für Änderungen und Endergebnisse legt. Methoden wie Scrum funktionieren nach diesem Ansatz.

Agile Methodik

In diesem Arbeitsmodell sind die Entwicklungs- und Testaktivitäten wiederkehrend. Dieser Prozess ermöglicht eine bessere Kommunikation zwischen Kunden, dem Entwicklungsteam und anderen Beteiligten.

Es gibt vier Hauptsäulen, auf denen Agile ruht:

  • Konzentration auf Menschen und Interaktionen, statt Überbetonung von Prozessen und Tools.
  • Implementieren und Vertrauen auf Projektmanagement-Software, anstatt übermäßige Mengen an Dokumentation zu erstellen.
  • Ständige Zusammenarbeit mit dem Kunden während der Vertragsverhandlung und der Produktentwicklungsphase.
  • Anpassung an Veränderungen, anstatt sich strikt an einen Arbeitsplan zu halten, der keinen Raum für Flexibilität lässt.

Unterschiede zwischen der Wasserfall-Methode und agilen Methoden

WASSERFALLAGIL
Der Entwicklungsprozess ist in verschiedene und gut organisierte Phasen unterteilt.Der Entwicklungslebenszyklus des Projekts ist in Sprints unterteilt.
Strukturierte und unflexible Entwicklung.Veränderbare Entwicklung, ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität.
Die Produktentwicklung wird als ein einziges Projekt abgeschlossen. Kann als ein Satz von vielen verschiedenen Projekten betrachtet werden.
Es ist nicht möglich Anforderungen zu ändern, sobald die Projektentwicklung begonnen hat.

Unterstützt Änderungen an den Anforderungen der Projektentwicklung, auch wenn die ursprüngliche Planung bereits abgeschlossen ist.

Die Testphase findet erst am Ende des Projekts statt.

In Scrum-Projekten wird regelmäßig, z. B. nach jedem Sprint ein Test gemacht.

Alle Entwicklungsphasen des Projekts werden einmalig abgeschlossen.

Planungs-, Entwicklungs- und Prototyping-Phasen können mehrfach auftreten → iterative Entwicklung.

Ideal für die Entwicklung von Projekten mit definierten Anforderungen und begrenzten Eventualitäten.Ideal für die Entwicklung von Projekten, bei denen sich die Anforderungen voraussichtlich ändern und weiterentwickeln werden.
Der Schwerpunkt liegt auf der Ausführung des Projekts. Der Fokus liegt auf dem Endkunden, daher entwickelt und verändert sich das Produkt entsprechend seiner Bedürfnisse.
Geeignet für große Teams mit mehreren Unterkategorien. Geeignet für kleine Teams, die sich auf einen Bereich spezialisieren.
Durch den Businessplan werden die Anforderungen an das Projekt schon vor dem Projektstart klargestellt. Gemeinsam mit den Product Ownern werden die Anforderungen für das Projekt festgelegt und regelmäßig angepasst.
Der Prozess ist immer linear, daher spielt der:die Projektmanage:in in jeder Phase des Entwicklungsprozesses eine wesentliche Rolle. Agile Teammitglieder sind austauschbar, daher arbeiten sie schneller. Projektleiter:innen sind auch nicht notwendig, da das ganze Team verantwortlich ist.

Bei der Führung eines Unternehmens und dem Management von Projekten sollten die einzusetzenden Methoden und Werkzeuge abhängig von folgenden Kriterien ausgewählt werden:

  • den Tätigkeitsbereich, in dem das Projekt entwickelt wird,
  • die Art des Projekts,
  • die spezifischen Anforderungen in Bezug auf Leistungen und Ergebnisse,
  • die Anforderungen, die das Projekt in Bezug auf Zeit, Ressourcen und Kapazitäten einrahmen.

Es gibt Projekte, die aufgrund ihrer Eigenschaften nur eine Art der Vorgehensweise zulassen. Es gibt jedoch andere Projekte, deren Vielfalt und Komplexität es ermöglichen, verschiedene Arten von Entwicklungen oder hybride Formen des Managements in Betracht zu ziehen.

Nun wissen Sie alles, was nötig ist um mit Ihrem Projektmanagement zu starten! Haben Sie noch andere Tipps zum Thema Wasserfall-Modell? Schreiben Sie sie in die Kommentare!

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