Alles, was Sie über den Product Owner wissen müssen

von Jérémy Hasenfratz. Am 11. Februar 2021 aktualisiert, ursprünglich im Mai 2020 veröffentlicht
Alles, was Sie über den Product Owner wissen müssen

Der Product Owner (PO) oder Projekteigentümer gehört zu den drei Rollen des Scrum-Teams. Er beaufsichtigt und koordiniert den Entwurf und die Entwicklung eines digitalen Produkts unter Berücksichtigung der Anforderungen verschiedener Interessengruppen, einschließlich der Bedürfnisse des Kunden und der Stakeholdern. Als echter Chorleiter überbrückt der PO die Lücke zwischen der technischen und der geschäftlichen Seite eines Projekts. Als Garant des Produkts lenkt er es in Richtung eines kontinuierlichen Fortschritts.

Wer steckt hinter dem Product Owner? Was tut er täglich? Was sind seine Verantwortlichkeiten und Interaktionen mit seinem Team? Wir waren neugierig und haben uns in die Rolle des Product Owners geschlüpft!

Die Rolle des Product Owners: Definition

Was ist ein Product Owner (PO)?

Der Product Owner ist eine einzelne Person im Scrum Framework. Seine Hauptaufgabe besteht darin, ein digitales oder IT-Produkt (meistens eine Software, Anwendung oder Website) innerhalb des Budget- und Zeitrahmens zu entwickeln und zu optimieren, um die Erwartungen der Nutzer genau wie möglich zu erfüllen.

Dafür sorgt er für die strategische Verbindung zwischen den Kundenwünschen und den internen Teams (Marketing, Design, Technik und Vertrieb). Seine Vision ist produkt-, geschäfts- und effizienzorientiert: Er stellt sicher, dass das Produkt in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen der Nutzer entwickelt wird.

Er verfügt sowohl über technische als auch über Teammanagement-Kompetenzen und muss das Projekt orchestrieren und seine Umsetzung durch das IT-Teams sicherstellen.

In der agilen Softwareentwicklung arbeitet der Product Owner neben dem Scrum Master und dem Entwicklungsteam (sogenannte DevOps Engineers).

Was sind die Aufgaben des Product Owners?

Laut dem Scrum-Guide:

Der Product Owner trägt die Verantwortung für die Maximierung des Wertes des Produkts, die sich aus der Arbeit des Entwicklungsteams ergibt.

1. Verwaltung des Product Backlogs

Er ist für das Management des Product Backlogs zuständig − ein Werkzeug, das Projektelemente auflistet und priorisiert, darunter:

  • Die Product Backlog Einträge priorisieren und organisieren,
  • Der Wert der Arbeit des Entwicklungsteams maximieren,
  • Das Product Backlog sichtbar und transparent machen.

☝ Der PO ist die einzige Person, die sich um das Product Backlog kümmert: Wenn jemand Elemente verändern möchte, ist es der PO, der die Entscheidungen trifft und die Spezifikationen definiert.

2. Anforderungen formulieren

Der Product Owner muss die Bedürfnisse verstehen und sie zum Ausdruck bringen. Um dies zu tun, muss er/sie:

  • Verständnis der Vision des Unternehmens und der Kundenerwartungen,
  • Erstellung von User Stories und deren Priorisierung,
  • Umschreibung in Features,
  • Festlegung präziser Regeln für die Einführung oder Änderung von Funktionalitäten,
  • Erstellung von Validierungstests, usw.

3. Den Prozess vorantreiben

Sobald die Bedürfnisse verstanden und so umformuliert wurden, dass sie vom gesamten Team klar visualisiert werden, muss der PO die Entwicklungsphasen überwachen und den Sprint Planning erstellen.

In diesem Sinne analysiert der PO regelmäßig die Priorisierung der User Stories, damit sie sowohl mit den Erwartungen der Stakeholdern als auch mit der tatsächlichen Arbeit des Teams übereinstimmen, bis das Sprint-Ziel erreicht ist.

4. Kontinuierliche Verbesserung sicherstellen

Der Prozess hört nicht auf, wenn das Produkt fertiggestellt und an den Kunden ausgeliefert wurde. Um den reibungslosen Ablauf des Prozesses zu gewährleisten, muss der PO eine ständige Überwachung der Fortschritte sicherstellen. Dazu ist es notwendig, einen kontinuierlichen Verbesserungsansatz für das Produkt zu verfolgen, anhand eines Burndown Charts zum Beispiel.

product-owner_collaboration

© Rawpixel.com / Shutterstock

Fähigkeiten eines Product Owners

Um in seiner täglichen Arbeit erfolgreich zu sein, muss der Product Owner folgende Kompetenzen und Fähigkeiten nachweisen:

Hard Skills:

  • Kenntnis des Produkts,
  • technische Kompetenzen und technische Sensibilität,
  • UX-Empfindlichkeit,
  • Erfahrung mit Design,
  • Geschäfts- und Marketingbegriffe,
  • Interesse am Growth Hacking, Nutzung des AARRR-Modells,
  • Analytische Kompetenzen: Datenanalyse, KPI-Studie und Synthesefähigkeiten,
  • Erfahrung im Projektmanagement, mit guten Kenntnissen agiler Ansätze (insbesondere mit Scrum Artefakte, Scrum Meetings und Scrum Techniken).

Soft Skills:

  • Organisatorische Kompetenzen und gutes Management von Prioritäten,
  • Entscheidungsfähigkeit: Schlichtung zwischen den verschiedenen Themen und Interessengruppen,
  • Kommunikation und klare Ausdrucksweise,
  • Verhandlungsgeschick und Diplomatie,
  • Reaktionsfähigkeit, schnelle Ausführung und Proaktivität,
  • Zwischenmenschliche Fähigkeiten,
  • Verfügbarkeit und Flexibilität,
  • Neugier und Kreativität.
product-owner_meeting

© dotshock / Shutterstock

Die Toolbox des Product Owners

Die Lösungen, die einem Product Owner zur Verfügung stehen, decken eine Vielzahl von Aktivitäten ab, und zwar vom agilen Projektmanagement bis zum Prototypen Design. Hier eine nicht erschöpfende Auswahl, die an jedem Organisationsmodell angepasst werden kann:

  • 🛠 Aufgaben- und Projektmanagement-Software 👉 monday.com, Wrike & Trello
    • Einige Vorteile dieser Lösungen:
      • flexible Planung für agile Teams;
      • kollaborative Verwaltung und visuelle Strukturierung von Aufgaben;
      • Dashboards und Berichte.
  • 🛠 Lösungen für Prototyping und Grafikdesign 👉 Balsamiq Mockups & Mockplus
    • Einige Vorteile dieser Lösungen:
      • Erstellung von Benutzeroberflächen-Prototypen ohne Programmierung;
      • Erstellung von Mock-ups, Drag and Drop usw.;
      • Benutzerfreundlichkeit.
  • 🛠 Lösungen für die Datenanalyse 👉 Google Analytics & Segment
    • Einige Vorteile dieser Lösungen:
      • Tracking-Tools;
      • personalisierte Dashboards;
      • Zielgruppenanalyse und Segmentierung.

Der Product Owner: Eine Vermittlerrolle

Kurz gesagt, die wichtigen Entscheidungen des Product Owners tragen zum Erfolg des gesamten Projekts bei. Der Product Owner nimmt eine funktionsübergreifende effiziente Rolle ein, der seine Ziele und Missionen optimal erreicht. Als "agile Coach" verbindet er interne Teams: Vertrieb, Marketing, F&E und Design.

Der PO ist nicht nur ein Manager mit einem soliden Hintergrund im technischen/digitalen Bereich, sondern bleibt auch der privilegierte Ansprechpartner für die Nutzer.

Und Sie, haben Sie Interesse am Job? Wenn Sie täglich als Product Owner arbeiten, wie halten Sie sich dann über die neuesten Trends auf dem Laufenden? Welchen Rat könnten Sie zukünftigen Kommilitonen geben?