Entscheiden Sie sich für die besten Projekte dank der Machbarkeitsstudie

von Patrizia Renten, am 09.03.21
Entscheiden Sie sich für die besten Projekte dank der Machbarkeitsstudie

Eine Machbarkeitsstudie (oder Feasibility Study) ist hilfreich, um bei der Projektdefinition zu überprüfen, ob sich ein potenzielles Projekt als durchführbar und profitabel erweist und es daher verdient, gestartet zu werden. Sie wollen wissen wie genau Sie selbst eine Feasibility Study durchführen können? Dann sind Sie hier richtig!

Machbarkeitsstudie: Definition

Eine Machbarkeitsstudie, die vor Beginn des Projektes durchgeführt wird, ist definiert als eine Analyse, die prüft, ob das Projekt durchführbar, rentabel und wirtschaftlich ist oder nicht. Im Rahmen einer Machbarkeitsanalyse werden verschiedene Faktoren untersucht, um diese Frage zu beantworten:

  • Wirtschaftliche und finanzielle Faktoren: Wird das Projekt langfristig Gewinn abwerfen (wirtschaftliche Machbarkeit)?

  • Technologische Faktoren: Welche Technologie wird benötigt und sind die erforderlichen Ressourcen bereits in der Organisation vorhanden? Ist die technische Machbarkeit gegeben?

  • Organisatorische Faktoren: Welche Ressourcen und Kompetenzen stehen Ihnen zur Verfügung?

  • Rechtliche Faktoren: gibt es juristische Besonderheiten zu beachten?

  • Geschäftliche Faktoren: Gibt es Chancen auf dem Markt? Potenzielle Kunden und Ziele? Dies ist der Marktforschung nicht unähnlich. Im Rahmen des Projektmanagements müssen alle diese zu analysierenden Punkte im Hinblick auf die Termine und natürlich die Qualität der zu erwartenden Ergebnisse relativiert werden.

Außerdem werden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie auch Elemente untersucht, die sich auf die Ziele des Projekts und seinen Fortschritt im Laufe der Zeit beziehen.

Ihre Ergebnisse sind auch bei der Projektplanung nützlich da sie auf technisch-wissenschaftlichen Analysen aufbaut.

Was sind die Ziele der Machbarkeitsstudie?

Unabhängig von der Art des Projekts oder der Geschäftsidee (Unternehmensgründung, Markteinführung eines neuen Produkts, Bau- oder Architekturprojekt usw.) sind die Ziele der Machbarkeitsprüfung folgende:

  • Bestimmen, welche Bedingungen und Maßnahmen erforderlich sind, um den Erfolg des Projekts zu gewährleisten;
  • Mögliche Risiken und Einschränkungen einschätzen;
  • Ressourcen identifizieren;
  • Berechnung des notwendigen Budgets sowie des erzielbaren ROI, um die Rentabilität zu bewerten;
  • Kenntnis der verschiedenen möglichen Szenarien und des Risikos
  • Briefen Sie die verschiedenen Interessengruppen über die Bedingungen und Phasen der Umsetzung des Projektes;
  • Sicherstellen, dass das Projekt letztendlich seine Ziele erreicht.

Diese Projektstudie bietet eine detaillierte Analyse der technischen und organisatorischen Machbarkeit, aber vor allem der finanziellen Tragfähigkeit eines Projektes oder einer Idee. Wenn Sie in dieser Phase feststellen, dass es nicht profitabel oder das Risiko zu hoch ist, sollten Sie die Ziele und den Umfang neu definieren, oder es sogar verschieben oder aufgeben.

Durchführbarkeitsstudie: Beispieltabelle

Diese Studie führt in der Regel zur Erstellung einer Tabelle mit Bewertungskriterien und einem Score für jeden Bereich. Je nach Art des Projekts können verschiedene Kriterien in eine Tabelle der Machbarkeitsstudie aufgenommen werden, in der die verschiedenen in Betracht gezogenen Szenarien beschrieben werden.

Durchführbarkeitsstudie: Beispiel für eine Tabelle

© Fachhochschule Potsdam

Wie führt man eine Machbarkeitsstudie für ein Projekt durch? Die 6 Schritte

Schritt 1: Identifizieren Sie spezifische Ziele

Eine Machbarkeitsstudie ist nur dann effektiv, wenn das Endziel des Projekts und der konkrete Nutzen klar definiert sind.

💡 Nutzen Sie dafür z.B. die SMART-Methode!

Schritt 2: Untersuchung der Projektumgebung

Untersuchen Sie die Gegebenheiten des Marktes oder der Umgebung, die Einfluss auf ihr Projekt nehmen werden.

💡 Dafür ist eine PESTEL-Analyse optimal geeignet!

Schritt 3: Bedarf und Budget ermitteln

Was genau sind die Notwendigkeiten des Projektes und Ressourcen, die eingesetzt werden müssen, um die Ziele Ihres Projekts zu erreichen?

Um das herauszufinden, listen Sie am besten alle Ihre Bedürfnisse auf, z. B.:

  • Materialbedarf
  • technische Voraussetzungen
  • Mitarbeiter:innen und Kompetenzen
  • Marketing- und Kommunikationsbedürfnisse, usw.

Wenn alle diese Elemente aufgelistet sind, ist es an der Zeit, die damit verbundenen Kosten zu bewerten. So erhalten Sie einen Kostenvoranschlag für die Realisierung Ihres Projekts.

Schritt 4: Berechnen Sie den ROI des Projekts

Was nützt es, ein Projekt in Angriff zu nehmen, wenn es nicht genügend Gewinn abwirft, oder noch schlimmer, wenn Sie mit Verlust arbeiten! Daher beinhaltet die Machbarkeitsstudie die Berechnung des ROI (Return on Investment).

Dank der Schätzung des Budgets und der Identifizierung zukünftiger Geschäftsmöglichkeiten können Sie einschätzen, ob das Projekt Ihnen einen Gewinn einbringt, und wenn ja, wann und wie viel.

Schritt 5: Mehrere Szenarien erstellen

Experten empfehlen einen Entwurf mehrerer Szenarien, um die für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Skizzieren Sie deshalb:

  • ein optimistisches Szenario,
  • ein pessimistisches Szenario,
  • ein neutrales Szenario.

⚠ ️ Jedes von ihnen muss profitabel sein, auch das pessimistische Szenario!

Die verschiedenen Pläne müssen so detailliert wie möglich sein und alle Elemente enthalten, die für Ihre Entscheidungsfindung wichtig sind!

💡 Die Konstruktion der verschiedenen Szenarien kann mithilfe einer SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats) erfolgen.

Schritt 6: Wählen Sie das ideale Szenario und beginnen Sie mit dem Projekt

Nachdem die Machbarkeitsstudie durchgeführt wurde, sollte das ideale Szenario unter Berücksichtigung aller analysierten Elemente und der jeweiligen Vor- und Nachteile ausgewählt werden.

So können Sie beruhigt in die nächste Phase übergehen, nämlich die eigentliche Umsetzungsphase des Projekts.

☝️ Was tun mit Szenarien, die nicht ausgewählt sind? Legen Sie sie einfach beiseite. Sie können für andere Projekte wiederverwendet werden, oder für das aktuelle Projekt, wenn es im Laufe des Projekts nachjustiert werden muss.